Gaming bis tief in die Nacht, stundenlanges Scrollen durch soziale Netzwerke oder der ständige Griff zum Smartphone: Digitale Medien prägen den Alltag von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wie nie zuvor. Gleichzeitig beobachten Fachkräfte zunehmend problematische Formen der Mediennutzung, die mit psychischen Belastungen, sozialem Rückzug sowie schulischen oder beruflichen Schwierigkeiten einhergehen können.
Um Fachkräfte für diese Herausforderungen zu sensibilisieren und sie in ihrer Präventionsarbeit zu unterstützen, hat die Landesstelle für Suchtfragen Baden-Württemberg (LSS) den Campus Suchtprävention um ein neues digitales Lernmodul zur Mediensuchtprävention erweitert. Die Entwicklung wurde mit Unterstützung der IKK classic finanziert.
„Digitale Medien stellen durchaus neue Anforderungen an die Präventionsarbeit. Als Krankenkasse wollen wir dazu beitragen, dass Fachkräfte umfassend geschult sind und Betroffene frühzeitig erreicht werden. Ziel ist es, einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu fördern und Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor gravierenden gesundheitlichen Folgen zu bewahren.“, sagt Christina Vorbeck, Fachcenterleiterin Prävention Süd von der IKK classic. Die Krankenkasse hat die Entwicklung des Moduls finanziell getragen.
Das interaktive Selbstlernmodul vermittelt Fachkräften praxisorientierte Ansätze zur Mediensuchtprävention. Mithilfe multimedialer Lerninhalte, Experteninterviews sowie Reflexions- und Wissensfragen werden unterschiedliche Formen problematischer Mediennutzung, deren Auswirkungen sowie Möglichkeiten der Prävention, Beratung und Unterstützung behandelt.
„Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Umsetzung. Vorgestellt werden bewährte Präventionsstrategien in unterschiedlichen Bereichen. Auf technischer Ebene zählen dazu beispielsweise altersgerechte Schutz- und Sicherheitseinstellungen sowie Zeitbegrenzungen und Filteroptionen. Noch wichtiger sind jedoch Maßnahmen im sozialen Umfeld, etwa die Förderung von Medienkompetenz und Selbstregulation sowie eine reflektierte Haltung von Eltern gegenüber digitalen Medien. Darüber hinaus spielen niedrigschwellige, zielgruppenspezifische Präventionsprojekte an Schulen eine wichtige Rolle“, erläutert Manuela Mayer, Geschäftsführerin der Landesstelle für Suchtfragen Baden-Württemberg.
Hintergrund:
Der Campus Suchtprävention ist die digitale Lernplattform der Landesstelle für Suchtfragen Baden-Württemberg. Er bietet seit 2021 Fachkräften kostenfreie Online-Lernangebote zu zentralen Themen der Suchtprävention und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Ziel ist es, sich im Bereich der Suchtprävention online, jederzeit und überall fortzubilden. Die Entwicklung der Lernplattform wurde vom Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg gefördert.
