Stellungnahme der Suchthilfe
04 März

Sicherheitsbericht 2025: Zahl der Drogentoten verharrt auf Rekordniveau – strukturelle Stärkung der Suchthilfe dringend erforderlich

Anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Sicherheitsberichts des Innenministerium Baden-Württemberg äußert sich die Landesstelle für Suchtfragen Baden-Württemberg (LSS) besorgt über die weiterhin hohe Zahl an Rauschgifttodesfällen.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Zahl der Drogentoten im Jahr 2025 mit 191 Fällen nahezu auf dem Rekordniveau des Vorjahres (195 Fälle) verharrt. Damit bleibt Baden-Württemberg weiterhin auf dem höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten.

„Dass sich die Zahl der Todesfälle auf diesem extrem hohen Niveau stabilisiert hat, ist kein Erfolg, sondern Ausdruck einer weiterhin dramatischen Lage“, erklärt die LSS-Vorsitzende Annalena Volz. Besonders problematisch seien der anhaltend hohe Anteil tödlicher Mischkonsum-Fälle sowie der zunehmende Einfluss synthetischer Opioide und anderer neuer psychoaktiver Stoffe.

Die Kombination von Benzodiazepinen, Substitutionsmitteln und Kokain führe in vielen Fällen zu schwer kalkulierbaren Wechselwirkungen. Zugleich würden neue psychoaktive Substanzen zunehmend über das Internet verbreitet und stellten Konsumierende wie Hilfesysteme vor neue Herausforderungen.

Die LSS betont, dass strafrechtliche Maßnahmen allein nicht ausreichen. Neben der Bekämpfung der organisierten Rauschgiftkriminalität brauche es dringend eine Ausweitung gesundheitsbezogener Maßnahmen und eine nachhaltige Absicherung der Suchthilfeangebote.

Zu den zentralen Forderungen zählen: 

  • flächendeckender Zugang zu Naloxon, die Versorgungslage ist kritisch. Naloxon-Nasenspray gilt als niederschwelliges Wirkmittel gegen Überdosierungen und ist nicht flächendeckend verfügbar.
  • der Ausbau von Drogenkonsumräumen
  • die Stärkung der Substitutionsbehandlung
  • die Einführung von Drug-Checking-Angeboten, dabei haben Konsumierende die Möglichkeit, illegal erworbene Substanzen auf gefährliche Wirkstoffe, Streckmittel und Dosierungen prüfen zu lassen und damit Vergiftungen oder Überdosierungen vorzubeugen.
  • sowie eine strukturell gesicherte, dynamisierte Finanzierung der Suchthilfe

„Ohne eine verlässliche Finanzierung werden Prävention, Beratung und Therapie den wachsenden Anforderungen nicht gerecht werden können“, so Volz.